575      SAARTEXT    Di.22.06. 02:36:02
                          THEATERKRITIK 
                            Heiner Dahl 
                                        
 Der Geizige                            
                                        
 Harpagon ist besessen vom Geiz. Gegen  
 jede Vernunft versteckt er sein Geld.  
 Überall wittert er Diebstahl und Ver-  
 rat. Als er Geld auch zur Familiensteu-
 erung benutzt, bricht rundum Chaos aus.
                                        
 Rippert bringt Molieres schräg subver- 
 sive Gesellschaftskritik voll zur Ent- 
 faltung. Die optisch effektvolle Bühne 
 passt gut zur zeitgeistigen theatralen 
 Modellierung von wahnhaftem Eigennutz. 
                                        
 Moliere neoliberal reloaded. Die Geld- 
 gier vergiftet all unsere Beziehungen. 
 Das Ensemble spielt es zuweilen etwas  
 überbetont aus, aber auch schön übermü-
 tig inspirierend und voller Spiellaune.
              Staatstheater          >>